Charismatisch wirken

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Charisma ist etwas Feinstoffliches, schwer Greifbares, fast Magisches. Doch wir alle kennen es: Wenn die Tür aufgeht, es für den Bruchteil einer Sekunde mucksmäuschenstill wird und sich alle Blicke auf die eintretende Person richten. Wenn der Raum heller wird, so als hätte man eine unsichtbare Lichtquelle angeknipst. In der Regel betritt in solchen Momenten entweder eine prominente Person den Raum, ein ungebetener Gast oder ein charismatischer Mensch – wobei zugegebenermaßen das eine das andere nicht unbedingt ausschließt. Aber lassen Sie uns beim Charisma bleiben. Was haben solche Menschen, das sie so strahlen lässt? Und wie kann sich jeder ein gewisses Charisma aneignen? Darum soll es im Folgenden gehen.

Vielleicht vermuten Sie, dass die Entwicklung einer charismatischen Ausstrahlung in erster Linie bei Ihnen selbst ansetzt, bei dem Potenzial, das Sie bereits mitbringen, bei Ihrer Haltung, bei Ihrem Mut, sichtbar und bemerkenswert zu sein, bei Ihrem Standpunkt, bei dem, was Sie von anderen Menschen unterscheidet und bei Ihrem festen Glauben an Ihre Wirkung. Und richtig, all dies sind wichtige Charisma-Faktoren. Aber darüber hinaus ist es ebenfalls wichtig zu wissen, dass Charisma ein sogenanntes Zuschreibungsphänomen ist. Charisma wird Ihnen dann von Ihrem Gegenüber oder Ihrem Umfeld zugeschrieben, wenn Sie sich charismatisch verhalten. Wie ein solches Verhalten aussehen kann und welche Faktoren Sie auf dem Weg zur Entwicklung Ihres ganz eigenen Charismas unterstützen können, möchte ich Ihnen im Folgenden skizzieren.

Sind Sie bereit für den ersten Faktor, für den Faktor, der Sie trägt, der Sie ausmacht?

Charisma-Faktor 1: Persönlichkeit

Die Arbeit am eigenen Charisma beginnt mit dem Blick auf die eigene Persönlichkeit. Warum? Weil Sie mit dem, was Sie sind, wie Sie denken und handeln, die Basis dafür bilden, was Sie nach außen zeigen bzw. nach außen zeigen wollen. Ihr Denken und Handeln sind Ausdruck Ihrer ganz eigenen Persönlichkeit, Ihres Selbst. Insoweit ist die Frage wichtig, ob und inwieweit Sie sich Ihres Selbst bewusst sind. Mit anderen Worten: Wie steht es um Ihr Selbstbewusstsein?

Bei dieser Innenschau geht um die Fragen: Wie ticke ich? Was denke ich über mich? Wie schaue ich ins Leben? Mit welchem Mindset bin ich ausgestattet? Suche ich das Wachstum (Growth Mindset) oder sehe ich meine Persönlichkeit als in Stein gemeißelt an, ohne Wachstumschancen (Fixed Mindset)?

Welchen Denkstil präferieren Sie? Sind Ihnen Zahlen, Daten und Fakten wichtig oder vertrauen Sie eher Ihrem Bauchgefühl? Sind Sie ein Mensch, der Struktur, Kontrolle und Sicherheit braucht, oder überwiegt bei Ihnen mehr die Kreativität und die Intuition? Stellen Sie zwischenmenschliche Aspekte in den Vordergrund oder wollen Sie gleich zur Sache kommen?

Da wir alle die Welt durch das Prisma unserer Persönlichkeit sehen, haben wir auch persönliche Grenzen, die unser persönliches Wachstum deckeln oder uns gar davon abhalten. Sind Sie sich Ihrer Grenzen bewusst? Das führt uns zu unserem Selbstvertrauen.

Everything has beauty, but not everyone sees it.“ (Konfuzius)

Was trauen Sie sich eigentlich zu? Kennen Sie Ihre Stärken und Schwächen? Wo liegt Ihr Fokus? Gibt es Ziele in Ihrem Leben, die Sie verfolgen? Haben Sie vielleicht sogar eine Vision? Wie also steht es um Ihr Selbstvertrauen?

Inwieweit übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Denken und Ihr Handeln? Leben Sie Selbstverantwortung oder machen Sie Umstände oder andere Menschen für das verantwortlich, was ist? Sehen Sie sich als Opfer oder als Gestalter Ihres Lebens?

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst ist die Basis für jedes persönliche Wachstum und – gestatten Sie einen kleinen Schwenk in die Unternehmenswelt – auch die Basis Ihres Selbstverständnisses als Führungskraft. Denn so, wie Sie sich selbst führen, wie Sie selbst mit sich umgehen, so führen Sie auch Ihre Mitarbeiter.

Wo wir bei der Selbstliebe sind. Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut? Leben Sie in Balance mit Ihrem inneren Team? Wie steht es um Ihre mentale Stabilität? Lassen Sie sich runterziehen von Gedanken wie „Das schaffe ich nicht.“? Wie stehen Sie zu Fehlern? Muss bei Ihnen alles perfekt sein? Oder sind Fehler für Sie eher Ansporn, es das nächste Mal besser zu machen? Dann dürfen sie nämlich auch mal Fehler zulassen. Bedenken Sie: Perfektion schafft Aggression!

Es ist ratsam, sich diesen Fragen wenigstens bewusst zu werden. Denn das Bewusstwerden ist der erste Schritt zur Veränderung. So braucht der erste Schritt zur Selbstliebe Ihre Entscheidung, dass Sie sich selbst wertschätzen. Wenn Sie es selbst nicht tun, wer dann?

Ein Stück Selbstverantwortung erlangen Sie schon dadurch, dass Sie mit dem Jammern und Klagen aufhören. Suchen Sie stattdessen nach Lösungen, setzen Sie sie um und kommen Sie ins Handeln. Es ist tatsächlich so einfach: Erfolg hat drei Buchstaben – TUN!

Selbstvertrauen bauen Sie beispielsweise dadurch auf, dass Sie realisierbare Vereinbarungen mit sich selbst treffen und diese auch einhalten.

Im Hinblick auf die Frage nach Ihrem Denkstil können valide Tools wie das HBDI® (Herrmann Brain Dominance Instrument) eine gute Hilfe sein. Hierzu berate ich Sie gerne!

Charisma-Faktor 2: Begeisterungsfähigkeit

Wie steht es um Ihre Begeisterungsfähigkeit? Brennen Sie für das, was Sie tun, oder überwiegt mittlerweile die Routine, in der Sie es sich recht bequem eingerichtet haben? Auch wenn wir Aufgaben brauchen, die uns leicht von der Hand gehen, so hält uns wach und lebendig nur das, was uns herausfordert, was uns brennen und damit auch innerlich leuchten lässt. Wenn dies der Fall ist, fühlen sich andere Menschen von Ihnen angesteckt und angezogen.

„Der Weg in das Herz eines Menschen führt selten über den Kopf.“ So belegt eine Studie des Psychologen Richard Wisemann, dass charismatische Menschen Emotionen sehr stark empfinden und in der Lage sind, auch andere Menschen derart starke Gefühle erleben zu lassen. Damit hat Charisma auch etwas zu tun mit emotionaler Offenheit, denn nur über Gefühle erreichen wir unser Gegenüber wirklich.

Charisma-Faktor 3: Beziehungsintelligenz

Beziehungsintelligenz ist der intelligente Umgang mit anderen Menschen. Für den Charismatiker bedeutet dies zum einen, Beziehungskatalysatoren wie ungeteilte Aufmerksamkeit, Zuhören, Lob, Anerkennung und Wertschätzung einzusetzen. Zum anderen gehört zu einem intelligenten Umgang mit Menschen auch ein gewisses Maß an Empathie. Gerade das Hineinversetzen in andere Menschen bedeutet ja einen Perspektivwechsel vom Ich zum Du und rückt damit die Bedürfnisse des Anderen in den Vordergrund.

Albrecht Müller, ein ehemaliger Mitarbeiter von Willy Brandt, beschrieb den Altbundeskanzler einmal wie folgt: „Er hat bei uns die besten Saiten zum Klingen gebracht.“ Dies bringt sehr schön ein typisch charismatisches Verhalten auf den Punkt, bei dem es darum geht, in anderen Menschen Potenziale zu erkennen, diese zu kommunizieren und deren Umsetzung zu unterstützen.

Ein beziehungsintelligenter Charismatiker lässt auch andere Menschen neben sich leuchten bzw. richtet den Scheinwerfer auch auf sein Gegenüber.

Charisma-Faktor 4: Wirkungsintelligenz

Nicht nur in der Beziehung zu anderen Menschen lässt der Charismatiker Intelligenz walten. Er setzt auch seine eigenen Wirkfaktoren wie Körpersprache, Mimik und Gestik bewusst und intelligent ein. Denn er weiß, dass „der Körper der größte Schwätzer aller Zeiten ist“.

Also wählt er seine Worte mit Bedacht, denn er möchte Türen öffnen und keine Mauern hochziehen. Die Wirkkraft seiner Stimme ist ihm genauso wichtig wie die des passenden Kleidungsstils und die Auswahl der für ihn richtigen Farben, um seine Ausstrahlung zu unterstreichen und vorteilhaft zu unterstützen.

Angelehnt an den bekannten Ausspruch von Paul Watzlawick, dass man weder nicht nicht kommunizieren noch sich nicht nicht verhalten kann, kann man auch nicht nicht wirken. Dies sollte Ansporn genug sein, sich mit diesen Wirkungskatalysatoren zu befassen.

Charisma-Faktor 5: Werte und Vertrauen

Vertrauen entsteht dadurch, dass Menschen sich in einem bestimmten Rahmen vorhersehbar verhalten. Charmanter ausgedrückt: Sie sind verlässlich. Solch ein verlässliches Verhalten kann jedoch nur dann entstehen, wenn es auf einem soliden Wertefundament beruht. Werte sind richtungsweisend. Bleiben wir Ihnen treu, schaffen wir Vertrauen und wirken glaubwürdig. Charismatische Menschen sind sich Ihrer Werte bewusst und verhalten sich ihnen entsprechend. „Walk the talk“ ist eine ausgesprochen Charisma förderliche Maxime.

Charisma-Faktor 5 1/4: Bemerkenswert

Wenn Sie sich nun noch trauen, bemerkenswert zu sein, dann sollten Sie sich auf den Weg machen, Ihr eigenes charismatisches Potenzial, gerne mit meiner Hilfe, zu entwickeln. Ich freue mich auf Sie!

Herzlichst Ihre Christiane Deters
Kontakt: dialog@christiane-deters.com